Forschung – Die Entdeckung der Formulation

In den 60er und 70er Jahren ging Arno Stern der Frage nach, inwieweit die sich im Malort wiederholenden Äußerungen von kulturellen Faktoren abhängig sind. Er unternahm mehrere Forschungsreisen zu nicht alphabetisierten Bevölkerungen in abgelegenen Wüsten- und Urwaldgebieten. Dabei entdeckte er ein „Naturgeschehen“: Wenn Menschen erstmals einen Stift oder Pinsel in Händen halten und ohne Vorbild Spuren hinterlassen, treten weltweit die gleichen Formen und Strukturen auf. Es sind dieselben, die im Malort sichtbar wurden.

Arno Stern erforschte die Bestandteile und Abläufe dieses Universalgefüges und prägte dafür den Begriff „Formulation“. In unserem gesellschaftlichen Umfeld braucht diese universelle Ausdrucksweise zur Entfaltung einen schützenden Raum. Denn sie geschieht nur ohne Kommunikationsabsicht und richtet sich an keinen Empfänger. Damit unterscheidet sie sich grundsätzlich vom Kunstwerk.